Projekte

Frosch und Teemeister und die Symbiose
aus Spritualität und Ökologie

Kurzeinführung Ruhr-Atoll „Frosch und Teemeister“ 2004-2010

Das Projekt ist ein west – östlicher Dialog über das Wohnen auf unserem Planeten. Es fasst in einem stillen Bild auf dem Wasser die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen zusammen: Was brauchen wir denn wirklich? Antwort: Einen festen Boden unter den Füßen, ein Dach über dem Kopf, den Kreislauf des Wassers. Thematisiert wird dies mit Verweisen auf das Ruhrgebiet, mit einem japanisch anmutenden Teehaus (ein Ort der inneren Einkehr) mit seiner großen Schale (ein Urbild für die Gegenwart des Menschen) und einem Gemüsegarten hinterm Haus , einer schon fast vergessenen Selbstverständlichkeit gerade im Ruhrgebiet.

Kazuo Katase aktualisiert hier sein Projekt „Apokalypse Amazonas“ von 1992 für die Ausstellung „Arte Amazonas“ in Rio de Janeiro , anlässlich des UN-Erdgipfels. Die Künstler sollten die Probleme des Regenwaldes in ihre Kunstprojekte einbeziehen, Brücken zwischen Mensch und Natur, zwischen Sinnlichkeit und Geist schlagen. Beim Ruhr-Atoll wird diese Arbeit über Mensch und Natur im Dialog „Frosch und Teemeister“ fortgeführt, einem Inselprojekt, welches von menschlicher und von der Fossilenergie dieser Region, aber auch von Zukünftigem erzählt. Spiritualität und Ökologie werden zu einer Symbiose zusammengeführt und ein Inselprojekt wird aus der Froschperspektive gedacht und entworfen. Kazuo Katase: „In der Kontinuität lebt die Zeitlosigkeit. In ihr öffnet sich das Innere nach außen und gestaltet Natur.“

2004 lud Kazuo Katase den Architekten und „Baufrosch“ Michael Wilkens ein, mit ihm diesen Dialog zu führen. Denn die „Baufrösche“ beschäftigen sich seit ihrer Gründung 1978 mit einem Wohnungsbau „aus der Froschperspektive“: und dem, was sie „Vollständiges Wohnen“ nennen: „Jede Wohnung, auch die im 5. Stock, ist ohne einen kleinen Garten (und eine Möglichkeit zum Werkeln außerhalb der Wohnung) unvollständig. Und die Karotten müssen nicht um den halben Globus transportiert werden.“ Zusammen mit seiner Frau, der Landschaftsplanerin Heidrun Hubenthal, setzt sich Wilkens für eine urbane Landwirtschaft und die Ermöglichung kollektiver (interkultureller) Gärten ein. All diesen „Garteninitiativen“ gemeinsam ist die Freude am gemeinsamen Tun, der Wunsch nach sozialer Organisation und nach gesundem Obst und Gemüse. Sie handeln im Sinne des indischen Philosophen und Dichters Rabindranath Tagore: „Narren hasten, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.“

Zwei 10x10m große Pontons sind durch einen Steg verbunden. Der eine trägt das Teehaus und die große Schale, auf dem anderen ist ein Garten mit 10 Gemüsebeeten angelegt. Eine solar angetriebene Wasserpumpe füllt einen Wassertank, der auf einem Förderturm im Zentrum des Teehauses platziert ist. Dieser Schwerkrafttank versorgt die 10 Gemüsebeete mit Wasser. Das Überflusswasser fließt über das Dach in eine Regenrinne, dann in die große Schale und von dort in den See zurück.